Mit der zunehmenden praktischen Nutzung digitaler Stabslagesoftware wird die digitale Führungsarbeit für viele Feuerwehren bereits ab der Alarmierung der ersten Einsatzkräfte zum Standard. Gleichzeitig besteht inzwischen die Möglichkeit, aktuelle Informationen zur Befehlsstelle direkt in digitalen Anwendungen zu pflegen und unmittelbar im Einsatzleitsystem zu hinterlegen.
Vor diesem Hintergrund wurde das Befehlsstellenhandbuch für die Region Lausitz im Wissensspeicher des Informationsraums grundlegend überarbeitet. Dabei wurde es auf die wesentlichen Inhalte reduziert, fachlich aktualisiert und an den aktuellen Stand der Technik angepasst.
Ein wichtiger überarbeiteter Ablauf betrifft die Besetzung einer Befehlsstelle. Die Anmeldung und Aktualisierung der Informationen erfolgt künftig überwiegend digital über den Celios Webclient. Das bisherige PDF-Formular wird dafür nicht mehr vorrangig genutzt.
Der Prozess erlaubt jedoch auch die telefonische Anmeldung zur Besetzung einer Befehlsstelle. In diesem Fall sind ausschließlich die jeweiligen landkreisspezifischen Einwahlnummern zu verwenden, die im Prozessschaubild (Siehe Abbildung) hinterlegt sind. Die Amtseinwahl der Leitstelle oder die Direktwahl des Lagedienstes sind hierfür nicht mehr zu nutzen! Das bisher per Fax oder E-Mail zu übermittelnde PDF-Formular dient künftig ausschließlich als Rückfallebene, wenn die digitalen Übermittlungswege technisch nicht gegeben sind.
Ergänzend empfiehlt das überarbeitete Handbuch, für die Befehlsstelle dauerhaft ein statusfähiges Funkgerät vorzuhalten. So kann das „Hochfahren“ und der jeweilige Betriebszustand der Befehlsstelle noch schneller und eindeutig an die Leitstelle übermittelt werden. Vorgesehen sind dabei folgende Statusmeldungen:
| Status | Bedeutung für die Befehlsstelle |
| Status 1 | Die Befehlsstelle ist besetzt, hat aktuell jedoch keine Einsatzbindung. |
| Status 2 | Die Befehlsstelle ist betriebsbereit, derzeit aber nicht besetzt. |
| Status 3 | Die Befehlsstelle wird hochgefahren. |
| Status 4 | Die Befehlsstelle hat die Führungsaufgabe übernommen. |
| Status 5 | Sprechwunsch |
| Status 6 | Die Befehlsstelle ist nicht einsatzfähig. |
Im Zuge der Überarbeitung werden auch Begriffe und Funktionen noch einmal klarer erläutert.
ANL bedeutet, dass im Bereich des Aufgabenträgers eine Ausnahmelage aktiv ist, etwa bei einer extremen Unwetterlage. TEL bedeutet, dass diese Lage organisatorisch bereits mit Führungspersonal besetzt ist. Ebenfalls relevant ist die Unterscheidung in der Disposition: Seit der neuen Version des Celios Webclients kann entschieden werden, ob ein Einsatzmittel mit Alarmierung oder ohne Alarmierung einem Einsatz zugewiesen wird. Bei einer Disposition mit Alarmierung werden alle vorgesehenen Meldewege einschließlich der digitalen Alarmierung bedient. Eine Sirenenalarmierung über den Webclient ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Um diese Funktion umzusetzen, sind durch die Leitstelle Lausitz alle Sirenen in der Region auf den Meldeweg DAG16 umgestellt. In Vorbereitung auf diesen Wechsel wurden die Landkreise EE, LDS, OSL und SPN angeschrieben, um die notwendigen Umstellungen zeitnah vorzubereiten.
Noch einmal geschärft wurde außerdem die Abgrenzung zwischen Vorinformation und Erstalarm. Die Vorinformation dient dazu, Einsatzleitungen bereits vor dem eigentlichen Schadensereignis auf eine mögliche Lage hinzuweisen, etwa bei einer amtlichen Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu einem bevorstehenden extremen Wetterereignis. So kann die Befehlsstelle vorbereitet, der technische Stand geprüft und notwendiges Verbrauchs- und Arbeitsmaterial kontrolliert werden.
Der Erstalarm hingegen bezeichnet die erste Alarmierung durch die Leitstelle, bei Eintritt einer Ausnahmelage, damit die erforderlichen Einsatzkräfte die Bereitstellung erreichen und die Einsatzbewältigung beginnen kann. Aufgabenträger haben mit dem Erstalarm die Möglichkeit, eine zusätzliche Alarmliste einzurichten, welche bei Ausnahmenlagen angewandt wird.
Abschließend wurde das Kapitel 8 des bisherigen Administrationshandbuchs ausgegliedert und als eigenständiges Handbuch für technische Ansprechpartner im Wissensspeicher integriert.

