Aktuelle, verlässliche Daten zu Löschwasserentnahmestellen (LWES) sind im Einsatz entscheidend. Eine neue Bachelorarbeit an der Berliner Hochschule für Technik zeigt, wie Brandenburg seine Löschwasser-Daten einheitlich, aktuell und einsatznah erfassen kann – ohne Medienbrüche und mit klaren Zuständigkeiten.
Ausgangslage: heterogen, veraltet, unklar. Die empirische Analyse belegt: Daten zur Löschwasserversorgung sind aktuell im Land Brandenburg fragmentiert, teils veraltet und durch unklare Zuständigkeiten geprägt. Das erschwert die Interoperabilität zwischen Feuerwehren, Kommunen, Leitstellen und den Versorgern. Die Studien-Arbeit empfiehlt daher eine zentrale, digitale Lösung, um die Qualität und Verfügbarkeit für alle teilnehmenden Aufgabenträger der BOS deutlich zu erhöhen.
Was wurde untersucht?
Standardisiertes Erfassungsformular & Datenmodell: u. a. Koordinaten, Art der LWES, Nenndurchfluss, Adresse, Funktionsstatus, eindeutige ID, Fotos sowie Prüfdaten/Betreiber.
Praxisnah & robust: intuitiv, offline-fähig gedacht; unterstützt Bilddokumentation vor Ort (z. B. bei Mängeln).
Technische Umsetzung: Prototyp mit ArcGIS Survey123 (Web Designer) – vom analogen Entwurf über Feldlogik (Bedingungen/Filter)bis zur Veröffentlichung in ArcGIS Enterprise.
Ergebnisse aus der Umfrage:
- Rückmeldungen kamen aus 15 von insgesamt 18 Landkreisen
- 83,18 % der Teilnehmenden sind in Freiwilligen Feuerwehren organisiert
- Parallelbetrieb ist Alltag im Land Brandenburg, d.h. Löschwasserentnahmestellen werden zu 54,21% analog und zu 71,03% digital verwaltet
- 78 % der Antworten wünschen sich eine digitale Erfassungsmöglichkeit; dabei werden bereits Teile ein solches System u. a. die kostenpflichtige Lösung „Wasserkarte.info“, die OpenFireMap oder die Anwendung FireBoard – jedoch ohne gemeinsame Standards und Vernetzung, d.h. Feuerwehren die Amtshilfe leisten, haben im Einsatz beim Nachbar keinen unmittelbaren Zugang zu dessen Daten
Integration in die bestehende Strukturen
Die Studie zeigt auf: Löschwasserentnahmestellenn (LWES)-Daten sollen nahtlos in vorhandene Geodaten-Infrastrukturen, wie die BOS-GDI fließen, als WebMapService (WMS) bereitstehen und somit eine Offline-Datenhaltung ermöglichen. Ein Rechte-Rollen-Konzept regelt Erfassung, Prüfung, den Zugang und die Administration – inklusive Qualitätssicherung während der aktiven Erhebungsphase.
Sonderfall: Waldbrandeinsatzkarten & Zuständigkeiten
Die Bachelor-Arbeit ordnet LWES im Wald in den Kontext der bundeseinheitlichen Waldbrandeinsatzkarten ein und beschreibt die aktuelle Datenaufteilung zwischen Landesbetrieb Forst (LFB) und LGB. Außerhalb des Waldes werden Lücken sichtbar – ein weiteres Argument für einen landesweit einheitlichen Standard, um zukünftig am Wald anliegende LWES zu lokalisieren.
Danksagung
Aufrichtigen Dank gilt allen Feuerwehrangehörigen und Mitarbeitenden des Brand- und Katastrophenschutzes, die an der Online-Umfrage teilgenommen haben – trotz der hohen Belastung durch Waldbrände im Erhebungszeitraum.
Ihre Offenheit und die detaillierten Einblicke aus der Praxis waren entscheidend: Daraus ließen sich praxisrelevante Anforderungen ableiten, die heute die Grundlage des Konzepts bilden. Dieses Konzept soll künftig die Erfassung und Pflege von Löschwasser-Daten in Brandenburg vereinheitlichen und optimieren. Herzlichen Dank für Ihren unverzichtbaren Beitrag und Ihr nachhaltiges Interesse!“
L. Jaworek
Kontakt & Mitmachen:
Feuerwehren, Leitstellen und Verwaltungen, die Interesse an einem Pilotprojekt oder an Demo/Erfahrungsaustausch haben, melden sich gerne bei der Geschäftsstelle des Leitstellenverbunds Land Brandenburg. Gemeinsam bringen wir einheitliche LWES-Daten in die Fläche und hoffen durch Ihre Initiative die Vision dieser Studie zur Relativität werden zu lassen.

